Kehler FV 07: die Grenzstädter



Der Kehler FV 07

Von alten Rivalität und neuen Freundschaften

Ein Jahr nach dem FC Neudorf wurde 1907, auf dem gegenüberliegenden Rheinufer, der Kehler FV gegründet. Damals in der gleichen Liga beheimatet, entwickelte sich schnell eine Rivalität zwischen den beiden Vereinen: zu jener Zeit keine Ausnahme, bedingt durch eine grundsätzliche Rivalität zwischen Mannschaften aus Baden und dem benachbarten Elsass.

Nach zwei Weltkriegen und aufgrund neuer Verbandsangehörigkeiten, erlosch die Rivalität beider Vereine auf natürliche Weise. Der FC Neudorf, mittlerweile Racing Club de Strasbourg, fand auf französischer Seite mit Nancy und Metz neue Rivalen. Für den KFV entwickelten sich Rivalitäten zu den benachbarten Ortenauer Vereinen aus Offenburg und Lahr. Zum fünfzigsten Jubiläum der Vereinsgründung feierten die Fußballer des KFV dann ihren bislang größten Erfolg, mit dem Gewinn des südbadischen Pokals 1957. Die Mannschaft spielte in der Folge regelmäßig in der damals drittklassigen 1. Amateurliga Südbaden und daraufhin Landes- und Verbandsliga.

In der jüngeren Vereinsgeschichte prägte Trainer Bora Markovic die Fußballabteilung des KFV. Was Volker Finke beim SC Freiburg an Langjährigkeit schaffte, das schaffte der gebürtige Serbe ebenso, mit seinen 16 Jahren Traineramt in Kehl, von 1998 bis 2014. Von der Bezirksliga führte Markovic das Team in die Landesliga und daraufhin in die Verbandsliga. Der nächste Erfolg kam nur wenig später, mit dem Aufstieg 2008 in die Oberliga Baden-Württemberg, wo sich der Verein bis 2016 halten konnte. Etwas unglücklich stieg man 2016 als Tabellen-14. in die Verbandsliga Südbaden ab, wo der Verein seitdem zu den festen Größen gehört.

Der Verein hat sich mittlerweile zu einem Spiegelbild der Ortenau und des Grenzgebiets zu Frankreich entwickelt. Bereits in der Jugend kicken Ortenauer mit Franzosen und bilden ein stabiles Gerüst für die erste und zweite Kehler Mannschaft. Aus den alten Rivalen sind Freunde geworden.



2007/08: Christian Seger

Verbandsliga Südbaden

(getragen)

Bis 2009 spielte Stürmer Christian Seger beim Kehler FV. Unter Trainer Bora Markovic, schafften die Grenzstädter mit Seger 2006 den Aufstieg in die Verbandsliga Südbaden und schließlich zwei Jahre später 2008 in die Oberliga Baden-Württemberg.

In den Folgejahren spielte Seger für den Offenburger FV und den SV Linx. Insgesamt brachte es der Stürmer aus der Ortenau in seiner Karriere auf knapp 80 Einsätze in der Oberliga und über 130 Verbandsligaspiele. Mit dem OFV feierte er 2012 seinen größten Erfolg, mit dem Gewinn des Südbadenpokals.



2011/12: Yannick Assenmacher

Oberliga Baden-Württemberg

(getragen)

Wie sein jüngerer Bruder David, ist Yannick Assenmacher einer der Schlüsselspieler und Identifikationsfiguren im Kehler Rheinstadion. Gleichermaßen durchliefen beide gebürtige Nürnberger die Jugend des KFV, bis sie in die erste Mannschaft hochgezogen wurden: Yannick 2010 und David 2012. So spielte der ältere der beiden Assenmacher-Brüder von 2010 bis 2012 mit den Grenzstädtern in der Oberliga, im Team der Kehler Trainer-Ikone Bora Markovic.

 

In den Folgejahren war der Flügelspieler ebenfalls für den VfL Sindelfingen aktiv, sowie für den VfR Willstätt. Dabei gelangen ihm zwei Aufstiege: mit den Sindelfingern 2014 in die in die Verbandsliga Württemberg und mit Willstätt 2017 in die Landesliga Südbaden. Zur Spielzeit 2018/19 kehrte Yannick Assenmacher zu seinem Jugendverein nach Kehl zurück und belebt seitdem das offensive Mittelfeld der Grün-Weißen in der Verbandsliga Südbaden.



2017/18: Mika Löbsack

Verbandsliga Südbaden

(getragen)



2020/21: David Assenmacher

Verbandsliga Südbaden

(getragen)

David Assenmacher verkörpert den Kehler FV wie nur wenig andere. Bereits sein Großvater spielte für den KFV; sein Vater ebenfalls.

Wie sein älterer Bruder Yannick, wurde David Assenmacher in Nürnberg geboren, wo Vater Jürgen mit den Amateuren des 1. FC Nürnberg und danach Vestenbergsgreuth in der damals drittklassigen Bayernliga spielte. Ende der 1990er Jahre zog Familie Assenmacher aus Franken zurück nach Kehl, wo die Brüder Yannick und David beim Kehler FV mit dem Fußballspielen anfingen.

So durchlief David Assenmacher von klein auf alle Jugendmannschaften des Vereins, bis er 2012 im Alter von 19 Jahren erstmals in der Oberliga für die Grenzstädter auflaufen durfte. Er entwickelte sich daraufhin zu einem der Schlüsselspieler des Vereins. Dort erlebte er den unglücklichen Abstieg 2016 zurück in die Verbandsliga, blieb dem Verein jedoch in der Folge lange Jahre treu. Nach 23 Jahren beim KFV wechselte "Asse" im Sommer 2021 zum benachbarten SV Linx, wo er schnell zu einem wichtigen Teil der Mannschaft wurde und in die Oberliga zurückfand.



2021/22: Kévin Mury

Verbandsliga Südbaden

(getragen)

Nach dem Aufstieg mit dem SV Linx 2018 in die Oberliga Baden-Württemberg, spielte Kévin Mury noch zwei Jahre im Verein. Er kam dabei allerdings zu weniger Einsätzen, so dass er sich 2020 dem Kehler FV in der Verbandsliga anschloss. Bedingt durch die Covid-Pandemie brach der Verband den Spielbetrieb im Oktober 2020 ab und der Ball ruhte bis tief ins Jahr 2021.

 

Nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Verbandsliga, begann Kévin Mury die Saison 2021/22 in Kehl als Stammkeeper. Der Saisonstart gestaltete sich allerdings schwierig, nach etlichen Abgängen und mit vielen Verletzten. So fand sich der ambitionierte KFV schnell am Tabellende wieder. Erst Ende September gelang den Grenzstädtern in Kuppenheim der erste Saisonsieg. Nachdem Mury im Tor durch den jungen Simon Heering ersetzt wurde, verließ er den Verein Ende 2021 und schloss sich dem FCOSK 06 in Straßburg an, wo er schnell wieder zu Einsätzen im französischen Régional 2 kam.



2021/22: Quentin Hauswald

Verbandsliga Südbaden

(getragen)

Dass sich der Kehler FV am Anfang der Saison 2021/22 erst einmal schwer tat, lag neben Urlaubszeit und Veletzungspech auch daran, dass sich das Team im personellen Umbruch befand. Der Weggang mehrerer Schlüsselspieler zum Oberligisten SV Linx führte im Sommer 2021 zu einem großen Umkrempeln.

Sehr junge Spieler wie Tim Keck, Hannes Moser und Quentin Hauswald stiegen in der Teamhierarchie auf und bekamen so ihre Chance. Nach dem besagten schweren Saisonstart, entpuppten sie sich als echte Leistungsträger.

Der junge Elsässer Quentin Hauswald verkörpert diese aufstebende Generation sehr gut. Seit der Saison 2020/21 im Verein, verpasste der junge Mann 2020 nur knapp den direkten Einstieg bei den großen Vereinen Badens und des Elsass. Anfangs noch ohne Spielberechtigung, ging sein erstes Jahr beim KFV nach dem Covid-bedingten Abbruch des Spielbetriebes leider komplett verloren. Ab Sommer 2021 fand er dann seinen Platz in der Verbandsligamannschaft. Neben dem erfahrenen Pierre Venturini entwickelte sich der junge Mann rasch weiter und bestach im Mittelfeld vor allem durch Zweikampfstärke und Spielintelligenz. Ab Mitte Oktober verpasste er kein Verbandsligaspiel mehr und trug so seinen Anteil an der herausragenden Rückrunde der Kehler. Einerseits schade, andererseits logisch, dass er den Verein nach seinem zweiten Jahr verließ und zum Oberligisten SV Oberachern zur Spielzeit 2022/23 wechselte.



2021/22: Felix Armbruster

Verbandsliga Südbaden

(getragen)

"Auf den Armbruster braucht Ihr ned spielen!" Diese Anweisung des scheinbar gereizten Kuppenheimer Trainers prägte sich im April 2022 in mein Gedächtnis.

Aus gutem Grund, denn letztendlich brachte der Gästetrainer den Stellenwert des Kehler Abwehrchefs und Kapitän an diesem Tag auf den Punkt: Felix Armbruster ist oftmals für den Gegner kaum zu überwinden, und mit hohen Bällen schon mal gar nicht. Erschwerend kommt sicher noch hinzu, dass der mittlerweile 30-Jährige "Tower" einiges an Regional- und Oberligaerfahrung mitbringt. Mit der U19 des Karlsruher SC hatte er bereits in der Jugend einige Größen vor der Brust: Sonny Kittel, Shawn Parker, Emre Can, Pascal Breier sind dabei nur einige Beispiele.

 

Sinnbildlich für das gesamte Grün-weiße Gefüge, erwischte Felix Armbruster keinen optimalen Start in die Saison 2021/22, steigerte sich jedoch im Herbst und führte das Team ab der Rückrunde aus dem Tabellenkeller wieder heraus. Umso schwerer zu verkraften war die Nachricht seines Wechsels zur Saison 2022/23 zum SV Linx. Eine große Lücke wird der Wahl-Kehler jedenfalls nicht nur fußballerisch hinterlassen, sondern sicher auch menschlich. Denn nicht nur seine entscheidenden Qualitäten als Führungsspieler und Abwehrchef gehen mit ihm vorerst verloren, sondern auch ein Mensch mit einer wunderbar offenen, herzlichen und kollegialen Einstellung.



2021/22: Pierre Venturini

Verbandsliga Südbaden

(getragen)

Vom benachbarten SV Linx zog es Pierre Venturini 2020 in die Verbandsliga zum Kehler FV. Seine erste Spielzeit bei den Grenzstädtern begann stark, mit fünf Siegen und zwei Unentschieden in neun Ligaspielen, bevor der Covid-bedingte Abbruch des Spielbetriebs das verfrühte Ende der Saison einläutete. Trotz vieler Abgänge im Sommer 2021, blieb der engagierte Elsässer den Grün-Weißen treu und wurde in 2021/22 um so wichtiger.

 

Der feine Techniker und unermüdliche Kämpfer half in dieser schweren Saison mehrfach im Abwehrzentrum aus und übernahm Verantwortung, die teilweise sehr junge Kehler Mannschaft auf dem Platz lautstark zu orientieren. Zwei Platzverweise kassierte Pierre leider in dieser Saison: davon zumindest einen völlig überzogenen, zuhause gegen Kuppenheim, nachdem er sich zurecht und mit Nachdruck erlaubt hatte, die Sehstärke des Unparteiischen zu hinterfragen.



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